Universitätsmedizin Göttingen

An der Universitätsmedizin Göttingen erfolgt eine klinische Versorgung von Myositis Patienten durch die Klinik für Neurologie in Kooperation mit der Klinik für Dermatologie und Rheumatologie. Durch dieses interdisziplinäre Konzept wird eine Betreuung der Myositis Patienten auf einem hohen klinischen Niveau gewährleistet und ein Netzwerk für Forschungsprojekte in Göttingen bereitgestellt.

Das Herzstück der Versorgung von Patienten mit Muskel- und peripheren Nervenerkrankungen sowie neuromuskulären Übertragungsstörungen ist das Neuromuskuläre Zentrum Göttingen, welches ebenso wie die Forschungsgruppe Muskelimmunbiologie von Prof. Dr. med. Jens Schmidt geleitet wird. Ein Teil des Neuromuskulären Zentrums ist die neuromuskulären Sprechstunde, in der bereits jetzt zahlreiche Patienten mit entzündlichen Muskelerkrankungen (Myositiden) untersucht, beraten und behandelt werden. Darüberhinaus stehen in der Klinik für Neurologie stationäre und teilstationäre Versorgungsstrukturen für Myositis Patienten zur Verfügung. In der neuromuskulären Sprechstunde arbeiten anteilig 6-7 Ärzte/-innen.

Der Forschungsschwerpunkt der AG Muskelimmunbiologie liegt im Bereich der Pathomechanismen der Einschlusskörpermyositis (inclusion body myositis, IBM). Weitere Projekte beschäftigen sich mit bildgebenden Verfahren bei Myositiden.

Die Klinik für Dermatologie bietet unter der Leitung von Prof. Dr. med. Cornelia Seitz eine fundierte Diagnostik insbesondere für Patienten mit Dermatomyositis oder Myositiden aus dem Bereich der Overlap-Syndrome.

Die Klinik für Rheumatologie und Nephrologie bietet neben stationärer Diagnostik und Therapie von Patienten mit inflammatorischen Myositiden auch eine ambulante Sprechstunde unter Supervision von Oberarzt Dr. med. Peter Korsten an. Dabei wird eine Kapillarmikroskopie als erweitertes Diagnostikum angeboten. Schwerpunkte in der Forschung liegen hier seit Mitte 2013 auf dem Gebiet der endothelialen Dysfunktion bei Patienten mit inflammatorischen Myositiden.

Zusätzlich zur Patientenversorgung ist ein interdisziplinärer Austausch im Rahmen gemeinsamer Fortbildungen und Fallkonferenzen, die monatlich abgehalten werden, entstanden.

Mitarbeiter am Standort

Neurologie

  • Prof. Dr. med. Jens Schmidt, Oberarzt der Klinik für Neurologie, Leiter des Neuromuskulären Zentrums
  • Dr. med. Jana Zschüntzsch, Oberärztin der Klinik für Neurologie, Spezielle neurologische Intensivmedizin
  • Dr. med. Maren Breithaupt, Fachärztin der Klinik für Neurologie
  • Ala Jamous, Assistenzarzt der Klinik für Neurologie
  • Dr. med. Per-Ole Carstens, Assistenzarzt der Klinik für Neurologie
  • Dr. med. Daniel Minwegen, Assistenzarzt der Klinik für Neurologie
  • Karsten Schmidt, Assistenzarzt der Klinik für Neurologie
  • Rachel Zeng, Assistenzärztin der Klinik für Neurologie
  • Stephanie Glaubitz, Assistenzärztin der Klinik für Neurologie

Dermatologie

  • Prof. Dr. med. Cornelia Seitz, Lt. Oberärztin der Klinik für Dermatologie
  • Prof. Dr. med. Dipl. Phys. Rotraut Mößner, Oberärztin

Rheumatologie

  • Dr. med. Peter Korsten, Oberarzt der Klinik für Rheumatologie

Herzzentrum

  • Prof. Dr. Dr. Stephan von Haehling, FESC;  FHFA Oberarzt, Leiter der klinischen Arbeitsgruppe: Metabolische Kardiologie
  • Dr. rer. nat. Annika Graß, Studienkoordination

Radiologie

  • Prof. Dr. med. Christina Unterberg-Buchwald, Oberärztin

Neuropathologie

  • Prof. Dr. Christine Stadelmann-Nessler, Lt. Oberärztin
  • Dr. Sabrina Zechel

Bioinformatik/Medizinische Statistik

  • Prof. Tim Beissbarth, Gruppenleiter Statistische Bioinformatik
Klinische Ausstattung, Ambulanzen und innerklinische Kooperationen
  • Neuromuskuläre Sprechstunde: wöchentlich montags und dienstags
  • Interdisziplinäre Muskelbiopsie-Konferenz zusammen mit dem Institut für Neuropathologie: monatlich
  • Humangenetisch-neuromuskuläre Fallbesprechung zusammen mit dem Institut für Humangenetik: monatlich
  • Interdisziplinäre Fallkonferenz zu immunologischen Erkrankungen zusammen mit der Klinik für Rheumatologie und der Klinik für Dermatologie: monatlich
  • Schluckuntersuchungen in Kooperation mit der Klinik für Phoniatrie
  • Herzuntersuchungen in Kooperation mit der Klinik für Kardiologie
  • Augenuntersuchungen in Kooperation mit der Klinik für Ophthalmologischen
  • Entnahme von Muskel- und Nervengewebe in Kooperation mit der Klinik für Neurochirurgie
  • Elektrophysiologische Diagnostik: Neurographien, EMG etc.
Laufende Studien zur Myositis
  1. Teilnahme am IBM-Register (https://www.ibm-registry.org)
  2. Dysphagie bei der IBM mit real-time MRT-Untersuchungen in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Physik Göttingen
Wissenschaftliche Schwerpunkte und experimentelle Methoden

AG Muskelimmunbiologie (Prof. Dr. med. Jens Schmidt)

  1. Zellstressmechanismen im entzündeten Muskel
    • Zellkultur mit primären humanen Muskelzellen
    • Alle grundlegenden molekularbiologischen Methoden
    • Verschiedenen Mikroskopieverfahren u.a. STED-Mikroskopie in Kooperation mit AG Jacobs, Elektronenmikroskopie in Kooperation mit Institut für Neuropathologie
    • Histologische und molekulargenetische Aufarbeitung von Patientenproben
  2. Genetische und experimentelle autoimmune Mausmodelle für Myositiden
    • Automatisierte Laufradanalyse
    • Multiparameter Herzechoanalyse
    • Grundlegende tierexperimentelle Methoden
    • Histologische und molekulargenetische Aufarbeitung von Gewebeproben
Weiter Erwähnenswertes

Betreuungsstrukturen und Selbsthilfeaktivitäten
Die ambulante und stationäre Betreuung der Patienten mit Neuromuskulären Erkrankungen erfolgen in dem Sozialpädiatrischen Zentrum der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin für Kinder und Jugendliche und den Spezialsprechstunden der Kliniken für Neurologie, Dermatologie und Rheumatologie für Erwachsene, nebst den angegliederten Stationen. Darüber hinaus bestehen regionale und überregionale Kooperationen mit niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, mit zahlreichen Neurologischen und Pädiatrischen Abteilungen und Kliniken sowie den Sozialpädiatrischen Zentren in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Lehrangebot und Fortbildungsveranstaltungen
Im Rahmen des Lehrangebotes werden zwei Wahlfächer zum Thema Neuromuskuläre Erkrankungen („Periphere Neurologie“, „Klinische Neuropädiatrie“) für Studenten ab dem vorklinischen Studienabschnitt mit abteilungsübergreifenden Dozenten durchgeführt. Des Weiteren finden monatliche interdisziplinäre Seminare zu grundlagenwissenschaftlich orientierten Themen im Bereich neuromuskulärer Erkrankungen statt.

Kontaktmöglichkeiten

j.schmidt@med.uni-goettingen.de

Schlüsselpublikationen der vergangenen Jahre
  • Schmidt J. Current Classification and Management of Inflammatory Myopathies. J Neuromuscul Dis 2018 (in press).
  • Olthoff A, Carstens P-O, Zhang S, et al. Evaluation of dysphagia by novel real-time MRI. Neurology [online serial]. 2016; 87:2132–2138.
  • Schmidt K, Kleinschnitz K, Rakocevic G, Dalakas MC, Schmidt J. Molecular treatment effects of alemtuzumab in skeletal muscles of patients with IBM. BMC Neurol. 2016; 16:48.
  • Zschüntzsch, J., Zhang, Y., et al.,Treatment with human immunoglobulin G improves the early disease course in a mouse model of Duchenne muscular dystrophy. J. Neurochem. 2016.
  • Muth IE, Zschüntzsch J, Kleinschnitz K, et al. HMGB1 and RAGE in skeletal muscle inflammation: Implications for protein accumulation in inclusion body myositis. Exp Neurol.; 2015;271:189–197.
  • Zschüntzsch J, Voss J, Creus K, et al. Provision of an explanation for the inefficacy of immunotherapy in sporadic inclusion body myositis: quantitative assessment of inflammation and β-amyloid in the muscle. Arthritis Rheum. 2012; 64:4094–4103.
  • Schmidt J, Barthel K, Zschüntzsch J, et al. Nitric oxide stress in sporadic inclusion body myositis muscle fibres: inhibition of inducible nitric oxide synthase prevents interleukin-1β-induced accumulation of β-amyloid and cell death. Brain. 2012; 135:1102–1114.
  • Weller, C., Zschüntzsch, J.*, et al., Motor performance of young dystrophic mdx mice treated with long-circulating prednisolone liposomes. J. Neurosci. Res 2012, 90, 1067–77,
  • Dibaj, P., Zschüntzsch, J.*, et al., Influence of methylene blue on microglia-induced inflammation and motor neuron degeneration in the SOD1(G93A) model for ALS. PloS One 2012, 7(8)
  • Steinbeck L. et al. & von Haehling S. Detection of muscle wasting in patients with chronic heart failure using C-terminal agrin fragment: results from the Studies Investigating Co-morbidities Aggravating Heart Failure (SICA-HF). Eur J Heart Fail 2015; 17: 1283-1293.
  • Fülster S. et al. & von Haehling S. Muscle Wasting in Patients with Chronic Heart Failure: Results from the Studies Investigating Co-morbidities Aggravating Heart Failure (SICA-HF). Eur Heart J 2013; 34: 512-519.
  • von Haehling S. et al. Ursodeoxycholic acid in patients with chronic heart failure: A double-blind, randomized, placebo-controlled crossover trial. J Am Coll Cardiol 2012;59:585–92.
  • von Haehling S. et al. Muscle wasting and cachexia in heart failure: mechanisms and therapies. Nature Reviews Cardiology 2017; 14: 323-341.
  • Bekfani T et al. & von Haehling S. Sarcopenia in patients with heart failure with preserved ejection fraction: Impact on muscle strength, exercise capacity and quality of life. Int J Cardiol 2016;222:41-46.